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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Ziele der Antibiotikaminimierungsinitiative

Die Reduzierung der Notwendigkeit des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung ist der Schwerpunkt der aktuellen Änderung des Arzneimittelgesetzes (16. AMG-Novelle). Durch die Verbesserung der Tiergesundheit soll erreicht werden, dass weniger Antibiotika eingesetzt werden müssen. Gleichzeitig sinkt damit die Gefahr der Ausbreitung resistenter Bakterien (Bakterien, die gegen die Wirkung von Antibiotika unempfindlich geworden sind). Die notwendige arzneiliche Versorgung erkrankter Tiere mit Antibiotika muss dabei jederzeit gesichert bleiben. In Bayern ziehen Behörden, Tierärzte und Landwirte bei der Umsetzung dieses Gesetzes an einem Strang.

Die Halter von Mastrindern, -schweinen, -hähnchen und -puten melden den Einsatz von Antibiotika bei ihren Tieren in die zentrale amtliche Datenbank (Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere, http://www.hi-tier.de/. Aus diesen Meldungen wird für jeden Betrieb und jede Tierart die so genannte Therapiehäufigkeit berechnet. Durch die Ermittlung der Therapiehäufigkeit können erstmalig Masttierhaltungen bundesweit verglichen werden. Die Daten eines Betriebs können aber nur vom Tierhalter selbst, vom Veterinäramt oder ggf. von bevollmächtigten Dritten eingesehen werden. Andere Personen haben keinen Zugriff auf die Daten. Betriebe, in denen die Tiere überdurchschnittlich häufig behandelt wurden, ergreifen abgestuft Maßnahmen, um die Gesundheit ihrer Tiere zu verbessern und dadurch den Antibiotikaverbrauch zu senken. Schwerpunkte liegen dabei auf der Vorbeugung von Krankheiten und der Gesunderhaltung der Tiere, denn gesunde Tiere benötigen keine Antibiotika. Betriebe mit hohem Antibiotikaeinsatz sind verpflichtet, tierärztlichen Rat einzuholen und eventuelle Anordnungen der Veterinärbehörde zu berücksichtigen.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Antibiotika sichert die Wirksamkeit dieser Arzneimittel dauerhaft und trägt dazu bei, dass gefährliche Infektionskrankheiten bei Menschen und Tieren auch in Zukunft behandelt werden können.